Große Hallen, Logistikzentren, Messeflächen und öffentliche Gebäude stellen besondere Anforderungen an die Bodenreinigung. Lange Fahrwege, wechselnde Verschmutzung, Sicherheitszonen und enge Zeitfenster machen eine rein manuelle Planung schwierig. Autonome Reinigungsroboter können wiederkehrende Aufgaben übernehmen – wenn Technik, Fläche und Prozess zusammenpassen.
Ab wann gilt eine Fläche als groß?
Für die Roboterauswahl ist nicht nur die Gesamtfläche entscheidend. Eine 4.000-m²-Halle mit freien Fahrwegen kann einfacher zu automatisieren sein als ein kleinerer, stark möblierter Bereich. Relevante Größen sind die tatsächlich erreichbare Reinigungsfläche, Gangbreiten, Engstellen, Bodenübergänge, Publikumsverkehr und die verfügbare Reinigungszeit.
Unternehmen sollten deshalb zwischen Bruttofläche und produktiv reinigbarer Fläche unterscheiden. Lagerregale, Maschinen, Verkaufsinseln und Sicherheitsbereiche reduzieren den tatsächlich befahrbaren Anteil.
Die wichtigsten Auswahlkriterien
1. Flächenleistung realistisch bewerten
Herstellerwerte zeigen die maximale Leistung unter definierten Bedingungen. Im Alltag beeinflussen Kurven, Hindernisse, Nachfüllstopps, Verschmutzungsgrad und Sicherheitsabstände das Ergebnis. Für die Planung ist daher ein Praxistest aussagekräftiger als ein einzelner Prospektwert.
2. Tankvolumen und Betriebsdauer
Bei der Nassreinigung bestimmen Frisch- und Schmutzwassertank, wie lange ein Roboter ohne Unterbrechung arbeiten kann. Der VIGGO SC50 Plus verfügt über 42 Liter Frischwasser und 30 Liter Schmutzwasser. Der größere VIGGO SC80 bietet 140 Liter Frischwasser und 170 Liter Schmutzwasser.
3. Reinigungsbreite und Wendigkeit
Eine größere Arbeitsbreite steigert die Leistung auf freien Flächen. Gleichzeitig benötigt die Maschine mehr Platz zum Wenden und Passieren. Der SC50 Plus arbeitet mit 800 mm Reinigungsbreite und 500 mm Scheuerbreite. Beim SC80 sind es 1.160 mm Reinigungsbreite und 800 mm Scheuerbreite.
4. Sensorik und Sicherheit
In gemeinsam genutzten Bereichen muss der Roboter Personen und Hindernisse zuverlässig erkennen. VIGGO Systeme kombinieren je nach Modell LiDAR, Kameras, Ultraschall-, Kollisions- und Absturzsensoren. Vor dem Einsatz werden Fahrwege kartiert, Sicherheitsbereiche geprüft und typische Situationen getestet.
5. Automatische Versorgung
Eine optionale Versorgungsstation kann Laden, Befüllen und Entleeren automatisieren. Das lohnt sich besonders, wenn der Roboter regelmäßig große Flächen bearbeitet oder außerhalb der Kernarbeitszeit eingesetzt wird. Für SC50 Plus und SC80 sind entsprechende Stationslösungen vorgesehen.
SC50 Plus oder SC80?
| Kriterium | VIGGO SC50 Plus | VIGGO SC80 |
|---|---|---|
| Maximale Reinigungsleistung | bis 1.800 m²/h | bis 4.000 m²/h |
| Reinigungsbreite | 800 mm | 1.160 mm |
| Frischwassertank | 42 l | 140 l |
| Schmutzwassertank | 30 l | 170 l |
| Typischer Schwerpunkt | mittelgroße Innenflächen | große Innen- und geeignete Außenflächen |
Der SC50 Plus ist häufig die passende Größenklasse für Museen, Supermärkte, Produktionsbereiche und mittelgroße Logistikflächen. Der SC80 richtet sich an weitläufige Hallen, Flughäfen, Messezentren und Großlager. Ein kompakteres Modell kann trotz geringerer Maximalleistung die bessere Wahl sein, wenn Engstellen und gemischte Zonen dominieren.
So läuft ein sinnvolles Robotikprojekt ab
- Flächenaufnahme: Grundriss, Bodenarten, Rampen, Türen und Engstellen dokumentieren.
- Prozessanalyse: Reinigungszeiten, Verschmutzungsarten und manuelle Aufgaben erfassen.
- Modellauswahl: Leistung, Abmessungen, Tankgröße und Autonomie abgleichen.
- Vor-Ort-Demo: Navigation und Reinigungsergebnis unter realen Bedingungen testen.
- Integration: Karten, Routen, Sperrzonen und Zeitpläne einrichten.
- Schulung: Team für Bedienung, tägliche Pflege und Störungsfälle einweisen.
- Optimierung: Betriebsberichte auswerten und Routen schrittweise verbessern.
Wirtschaftlichkeit richtig berechnen
Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich nicht allein aus eingesparten Arbeitsstunden. Auch planbare Reinigungsqualität, bessere Dokumentation, Nacht- oder Randzeiten, geringere körperliche Belastung und die Verfügbarkeit von Personal spielen eine Rolle.
Für einen belastbaren Vergleich sollten Unternehmen Anschaffung oder Leasing, Service, Verbrauchsmittel, Energie, interne Betreuung sowie verbleibende manuelle Rand- und Detailreinigung berücksichtigen. Die Automatisierung ergänzt das Reinigungsteam; sie ersetzt nicht jede Aufgabe.
Typische Fehler vermeiden
- Nur nach der maximalen Quadratmeterleistung entscheiden
- Engstellen und Bodenübergänge nicht vorab testen
- Nachfüllen, Entleeren und Laden nicht in den Prozess einplanen
- Mitarbeitende erst nach der Installation einbeziehen
- Service und Reaktionszeiten nicht berücksichtigen
Fazit
Autonome Bodenreinigung auf großen Flächen funktioniert dann zuverlässig, wenn das Modell zur realen Umgebung passt. SC50 Plus und SC80 decken unterschiedliche Größenklassen ab. Eine Flächenanalyse und Vor-Ort-Demo zeigen, welche Leistung im eigenen Gebäude tatsächlich erreichbar ist.
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Häufige Fragen
Wie viel Fläche kann ein VIGGO Reinigungsroboter pro Stunde reinigen?
Der SC50 Plus erreicht unter geeigneten Bedingungen bis zu 1.800 m²/h, der SC80 bis zu 4.000 m²/h. Die reale Leistung hängt vom Objekt und der Reinigungsaufgabe ab.
Kann ein Reinigungsroboter nachts arbeiten?
Zeitgesteuerte Aufgaben sind möglich, wenn Umgebung, Sicherheitskonzept und betriebliche Abläufe dafür geeignet sind. Die Einrichtung sollte vor Ort geprüft werden.
Ist eine Versorgungsstation notwendig?
Nicht immer. Bei häufigen, großen Einsätzen kann sie jedoch Unterbrechungen reduzieren und den autonomen Betrieb deutlich erweitern.
Welche Böden können gereinigt werden?
Je nach Modell und Konfiguration eignen sich unter anderem Fliesen, Epoxidharz, Terrazzo, Marmor, Beton und PVC. Die konkrete Bodenverträglichkeit sollte im Praxistest bestätigt werden.
